Im Jahre 1800 eine Frau zu sein, ist nicht einfach. Vor allem dann nicht, wenn man als erste Frau überhaupt einen Doktortitel in Philosophie besitzt, gleichzeitig jedoch die Pflicht einer Tochter aus gutem Hause erfüllt und einen reichen Lübecker Kaufmann geheiratet hat. Und doch versucht Dorothea Schlözer den Spagat zwischen großbürgerlich hanseatischer Lebensweise und dem nie erlöschenden Drang nach Wissen und Kultur, bis eines Tages der Napoleonische Krieg nicht nur den ganzen Kontinent, sondern im Speziellen Dorotheas Leben auf den Kopf stellt. Soll sie zurück in ihre Heimatstadt Göttingen fliehen? Oder ihrer heimlichen Liebe zu Charles de Villers, ausgerechnet einem Franzosen, in diesen Zeiten, nachgeben? Dann kommt auch noch Goethe ins Spiel und die Geschichte nimmt ihren Lauf.

Anne Bentkamp erzählt in „La Doctoresse“ das Leben von Dorothea Schlözer wie es hätte sein können. Basierend auf den historischen Fakten entfaltet sich ein Gemälde des frühen 19. Jahrhunderts, das eine Geschichte erzählt von Liebe und Selbstbestimmung auf der einen und Krieg und Vorurteilen auf der anderen Seite. Und über allem schwebt die Frage, was es bedeutet, Frau zu sein in einer Gesellschaft, die noch immer anzweifelt, dass „Frauenzimmer Menschen wie die Männer“ sind.

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